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Online-Kurs

Modul 3: Psychologische und emotionale Reaktionen auf Fehlinformationen

Niveau – Mittelstufe

Willkommen, liebe Lehrer!

Psychologische und emotionale Reaktionen auf Fehlinformationen

Dieses Modul vermittelt Lehrkräften das Wissen und die Strategien, um Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 17 Jahren dabei zu unterstützen, die Komplexität emotionaler Aspekte bei der Nutzung sozialer Medien zu verstehen und angemessen damit umzugehen. Wir werden kognitive Verzerrungen, manipulative Techniken wie Etikettierung und die Bedeutung von Achtsamkeit für die Förderung emotionaler Resilienz im digitalen Zeitalter untersuchen. Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung von Selbst- und Sozialbewusstsein, verantwortungsvolles Entscheiden und Beziehungskompetenzen im Rahmen des sozial-emotionalen Lernens.

STRUKTUR

ZIELE

TEIL 1: DIE EMOTIONALEN AUSWIRKUNGEN VON FEHLINFORMATIONEN UND IHREN EINFLUSS VERSTEHEN

Historisch gesehen spielten die Medien eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung von Fehlinformationen. So verstärkte beispielsweise die Druckerpresse im 15. bis 17. Jahrhundert unbegründete Hexenverfolgungsvorwürfe und führte zu Angst und Verfolgung. Auch moderne soziale Medien beschleunigen die Verbreitung von Fehlinformationen an ein breites Publikum, oft unkontrolliert.

Hinsichtlich unserer durch soziale Medien gestiegenen Fähigkeit zum Teilen zeigen die Forschungsergebnisse (Soroush et al., 2018), dass:

Der Bestätigungsfehler verleitet uns dazu:

Wir suchen hauptsächlich/ausschließlich Informationen, die unsere Sichtweise bestätigen (selektive Informationsaufnahme).

    Wir nehmen Informationen hauptsächlich so wahr, dass sie unsere Sichtweise bestätigen (aufgrund des Bestätigungsfehlers hören wir nur Teile einer Geschichte oder Information und ignorieren jene, die nicht zu unserer Vorstellung passen). Dieser Aspekt ist entscheidend, um zu verstehen, dass der Bestätigungsfehler unsere Wahrnehmung und damit die Informationen, die wir erhalten und behalten, verzerrt (selektive Informationsaufnahme).

      Informationen so interpretieren, dass sie unsere Sichtweise stützen. Informationen, die unserer Sichtweise widersprechen, ignorieren oder relativieren oder Erklärungen rationalisieren, um unsere Sichtweise zu unterstützen.

        Die Rolle manipulativer Techniken beim Glauben und Verbreiten falscher Nachrichten

        Manipulative Techniken spielen eine Schlüsselrolle beim erfolgreichen Verbreiten von Desinformation und Fake News über soziale Medien. Diese Techniken zielen darauf ab, unsere grundlegenden kognitiven Funktionen auszunutzen und unsere Vorurteile durch emotionale und rationalistische Manipulation zu manipulieren.

            Beispiel 1: Ein extremes Beispiel für Schuldzuweisungen (Sündenbocksuche) ist die Vorgehensweise der Nationalsozialisten, insbesondere gegenüber Juden, Schuld zuzuweisen und Sündenböcke zu finden. Dies dient als historisches Beispiel für eine manipulative Technik, die Spaltung und Hass schürte. Indem die Nationalsozialisten Juden als Ursache gesellschaftlicher Probleme – wie etwa wirtschaftlicher Not oder politischer Instabilität – darstellten, entmenschlichten sie diese Gruppe und lenkten die öffentliche Frustration von den Fehlern des Regimes ab. Diese Sündenbockstrategie einte nicht nur ihre Anhänger durch einen gemeinsamen Feind, sondern rechtfertigte auch diskriminierende Maßnahmen und Gewalt. Dies ist eine wichtige Lektion, um zu verstehen, wie Fehlinformationen und emotionale Manipulation zu schädlichen Ideologien und Handlungen führen können. Leider lassen sich ähnliche Tendenzen auch bei heutigen Politikern beobachten (z. B. Schuldzuweisungen an Auswanderer, den EU Green Deal usw.).

            Beispiel 2 aus dem schulischen Umfeld:

            Wenn ein Team bei einem Schulprojekt eine schlechte Note bekommt und jemand anderen beschuldigt wird, indem man sagt:

            – „Du bist schuld, dass wir durchgefallen sind!“

            – „Du hast ja gar nichts gemacht!“

            benutzt der beschuldigende Schüler das andere Teammitglied als Sündenbock, um die Verantwortung von der gesamten Gruppe abzuwälzen.

            Anstatt anzuerkennen, dass es sich um eine Teamleistung handelte und jeder seinen Teil der Verantwortung trug, wird die Schuld unfairerweise einer einzelnen Person zugeschoben.

            Dies vereinfacht die Situation zu stark und geht den eigentlichen Problemen aus dem Weg.

            Negative psychologische Auswirkungen der Nutzung sozialer Medien auf Teenager

            Psychologische Auswirkungen und potenzielle Risiken im Zusammenhang mit der Nutzung von TikTok und anderen sozialen Medien, insbesondere für Teenager:

            TEIL 2: AUFBAU VON EMOTIONALER RESILIENZ GEGEN DEN KONSUM VON FALSCHINFORMATIONEN


            Strategien zum Umgang mit emotionalen Reaktionen auf Fehlinformationen

             

            Um Vorurteile und Manipulation zu überwinden, sind bewusstes Handeln und Selbstwahrnehmung erforderlich.

            Die Stärkung der emotionalen Intelligenz und Achtsamkeit kann die Widerstandsfähigkeit gegen Desinformation fördern und verantwortungsvolle Entscheidungsfindung unterstützen.

            Sozial-emotionales Lernen (SEL)

            Sozial-emotionales Lernen (SEL) ist ein durchdachter Ansatz zur Konzeptualisierung und Entwicklung von Fähigkeiten wie emotionaler Achtsamkeit, Empathie und bewusster Entscheidungsfindung.

            SEL besteht aus fünf Hauptkomponenten:

            TEIL 3: PRAKTISCHE ÜBUNGEN FÜR SCHÜLER

            In diesem Abschnitt werden zwei ansprechende Aktivitäten vorgestellt – eine ohne digitale Hilfsmittel und eine onlinebasierte –, die im Rahmen des Schulunterrichts umgesetzt werden können und so praktisches Lernen und digitale Interaktion fördern.

             

            Herzlichen Glückwunsch zum Abschluss von Modul 3!

            Verfolge weiterhin deine Ziele!